Einblicke
Aktualisiert: September 2026

KI-Einführung in Rechts- und Beratungsdienstleistungen

KI-Werkzeuge für juristische und beratende Arbeit anhand von Aufgabennachweisen, Datenkontrollen, menschlicher Prüfung und anwendbaren Pflichten bewerten.

5 Min. Lesezeit

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Rechtsstand: . Hinweise im Impressum

Prüfstatus: Die Rechts- und Sprachprüfung durch eine namentlich genannte Person steht noch aus.

In diesem Artikel

KI-Einführung beginnt mit einer Entscheidung über die Arbeit: Welche Aufgabe soll verbessert werden, welche Nachweise rechtfertigen die Änderung und wer bleibt verantwortlich? Eine kleine Kanzlei kann diese Fragen klären, ohne sich auf eine kanzleiweite Plattform festzulegen.

Ein Preprint von Chen und Bao aus dem Jahr 2026 berichtet über ein randomisiertes Experiment zur juristischen Problemerkennung mit Rechtsstudierenden. Die geschulte Gruppe nutzte das Werkzeug häufiger und schnitt bei bestimmten Messgrössen besser ab als die Gruppe mit Zugang ohne Schulung; mehrere andere Unterschiede blieben unsicher. Das spricht dafür, Schulung als Teil der Einführung zu prüfen. Eine Studierendenprüfung belegt aber weder die Gesamtproduktivität einer Kanzlei noch Mandantenergebnisse.

Zuerst den Prozess prüfen

Wählen Sie eine wiederkehrende Aufgabe, etwa ein internes Briefing, einen Entwurf für die Mandatsaufnahme oder die Extraktion von Klauseln. Erfassen Sie Eingaben, Übergaben, Prüfaufwand und wiederkehrende Fehler. Vergleichen Sie eine gemeinsame Vorlage, eine manuelle Verbesserung und einen KI-gestützten Ablauf. Auch Verwaltungsarbeit kann vertrauliche Daten und folgenreiche Fehler enthalten.

Anbieter und gesamten Dienst prüfen

Prüfen Sie Verarbeitungsorte, Aufbewahrung, Trainingsnutzung, Unterauftragsverarbeiter, Supportzugriffe, Löschung und Ausstieg. Die DSGVO verlangt keine ausschliessliche Verarbeitung in der EU. Soweit sie gilt, benötigen Übermittlungen in Drittländer einen einschlägigen Mechanismus nach Kapitel V sowie gegebenenfalls zusätzliche Schutzmassnahmen. EU-Hosting allein belegt keine Konformität. Berufsgeheimnis, Sicherheit und Mandatsbedingungen sind gesondert zu prüfen. DSGVO, Artikel 28 und 44 bis 49. Für Bearbeitungen, die dem Schweizer Recht unterstehen, regelt das DSG die Bekanntgabe von Personendaten ins Ausland (Art. 16 DSG) und die Bearbeitung durch Auftragsbearbeiter (Art. 9 DSG) eigenständig. Für Anwältinnen und Anwälte ist zudem das Berufsgeheimnis nach Art. 13 BGFA und Art. 321 StGB zu prüfen.

Bewerten Sie Rechtsquellen, Sprachen, Belege und Aktualisierung anhand eigener Aufgaben. Weder die Bezeichnung als juristisches Modell noch ein allgemeiner Genauigkeitswert belegt Zuverlässigkeit für Schweizer Recht. Klären Sie Exportmöglichkeiten und die Nachvollziehbarkeit einer Antwort.

KI-Verordnung nach Zweck und Rolle anwenden

Eine Kanzlei mit Sitz ausserhalb der EU, etwa in der Schweiz, fällt nur in den Fällen von Artikel 2 unter die KI-Verordnung, zum Beispiel wenn sie ein KI-System in der EU in Verkehr bringt oder Anbieter oder Betreiber eines KI-Systems ist, dessen Ausgabe in der EU verwendet wird. Gewöhnliche Rechtsrecherche oder Entwurfsarbeit für eine private Kanzlei ist nicht automatisch eine Hochrisiko-Nutzung nach Anhang III. Prüfen Sie die Zweckbestimmung anhand der aufgeführten Kategorien, etwa Personalentscheidungen, bestimmte Nutzungen durch oder im Auftrag von Justizbehörden oder ähnliche Nutzungen in der alternativen Streitbeilegung. Klären Sie die Betreiberrolle und eine mögliche Übernahme von Anbieterpflichten. Die blosse Nutzung eines KI-Modells mit allgemeinem Verwendungszweck macht die Kanzlei nicht zu dessen Anbieter.

Artikel 4 zur KI-Kompetenz gilt seit dem 2. Februar 2025. Bis zum 26. Juli 2026 verpflichtete er Anbieter und Betreiber, Massnahmen zu ergreifen, um nach besten Kräften ein ausreichendes Mass an KI-Kompetenz ihres Personals und anderer in ihrem Auftrag mit KI-Systemen befasster Personen sicherzustellen. Seit dem 27. Juli 2026 verlangt er, geändert durch die Verordnung (EU) 2026/1744, Massnahmen zur Unterstützung der Entwicklung von KI-Kompetenz; ein bestimmtes Niveau der KI-Kompetenz einer einzelnen Person müssen Anbieter und Betreiber nicht garantieren. Transparenzpflichten nach Artikel 50 gelten grundsätzlich seit dem 2. August 2026, mit einer gesonderten Übergangsregel für bestimmte bestehende Anbietersysteme. Die einschlägigen Hochrisiko-Pflichten nach Anhang III gelten ab dem 2. Dezember 2027, die entsprechenden produktbezogenen Pflichten ab dem 2. August 2028. Übergangsregeln für bestehende Systeme, Ausnahmen und Rollen erfordern eine Einzelfallprüfung. Konsolidierte KI-Verordnung, Artikel 2, 4, 6, 25, 50, 111 und 113.

Mit einem freigegebenen internen Ablauf beginnen

Ein illustrativer Einstieg ist ein Briefing aus öffentlichen Lieferantenmeldungen. Eine Fachperson prüft jede wesentliche Aussage an der Quelle. Macht der Entwurf aus einer Erlaubnis eine Pflicht, wird der Fehler erfasst und korrigiert. Anschliessend wird geprüft, ob derselbe Fehler an anderer Stelle auftritt. Die manuelle Vorlage bleibt verfügbar.

Messen Sie Vorbereitung, Entwurf, Verifikation, Korrektur und Dokumentation gemeinsam. Schnellere Generierung allein ist keine Einsparung. Freie Kapazität aus einem Pilotprojekt wird nicht automatisch zu Umsatz und rechtfertigt nicht automatisch eine geringere Prüfung.

Veränderung im Alltag verankern

Benennen Sie fachliche Verantwortung, zulässige Eingaben, Zugriffsrechte, Prüfpflichten und Eskalationswege. Lassen Sie Mitarbeitende ihre Prüfschritte zeigen und Schwierigkeiten festhalten. Eine Schulung sollte einen fehlerhaften Entwurf und die Begründung seiner Korrektur enthalten. Teilnahme allein belegt keine Kompetenz.

Einen schrittweisen Einführungsplan nutzen

Die folgende Abfolge ist illustrativ. Sie ist weder eine zugesagte Frist noch eine validierte Akzeptanzschwelle.

Checkliste zur Einführungsentscheidung

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Erwartungen mit Mandanten klären

Vereinbaren Sie Ergebnis, zulässige Datenverarbeitung, Qualitätsprüfung und Kommunikation über KI-Nutzung. Erklären Sie, wer die Arbeit freigibt. Besprechen Sie Abrechnung und Nutzen anhand eigener Messungen des gesamten Ablaufs, ohne ungeprüfte Einsparungen zu versprechen.

Kernaussage

Beginnen Sie mit einer freigegebenen Aufgabe und einer manuellen Vergleichsbasis. Zeigen Sie wirtschaftlichen Nutzen und Verantwortung im selben Entscheidungsprotokoll. Erweitern Sie den Einsatz erst bei ausreichenden Nachweisen.

Nehmen Sie Kontakt auf, um eine Einführungsentscheidung und ihre Prüfbedingungen zu besprechen.

Ausrichtung und organisationale Bereitschaft klären

Führung abstimmen, Voraussetzungen klären und einen verantworteten 90-Tage-Plan festlegen.

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