Im September 2025 veröffentlichte die Schweiz Apertus — ein vollständig offenes, mehrsprachiges grosses Sprachmodell, trainiert auf dem Alps-Supercomputer in Lugano. Sechs Wochen später kündigte der Basler Verlag Helbing Lichtenhahn Swiss-Noxtua an, eine souveräne Legal-KI-Plattform mit Integration des Basler Kommentars und des Commentaire romand. Und im Februar 2026 lancierte Noxtua Europas erste grenzüberschreitende Legal-KI-Lizenz, die Deutschland, Österreich und die Schweiz in einem einzigen Abonnement abdeckt.
Dies sind keine inkrementellen Verbesserungen. Sie stellen einen strukturellen Wandel dar: Erstmals können DACH-Kanzleien KI-Tools wählen, die auf europäische Infrastruktur und jurisdiktionsspezifische Rechtsinhalte ausgelegt sind und damit die Analyse nach EU-KI-Verordnung und schweizerischem Berufsgeheimnis wesentlich besser handhabbar machen als generische, US-gehostete Systeme.
Dieser Artikel analysiert, was diese Entwicklungen in der Praxis bedeuten — welche Modelle existieren, was sie können und was nicht, wie man sie evaluiert und was die regulatorische Landschaft vor August 2026 verlangt.
Schweizer Legal-Tech-Unternehmen
19 finanziert, 9 in Serie A oder später. Die Schweiz ist relativ zu ihrer Grösse Europas dichtestes Legal-Tech-Ökosystem geworden.
Die Schweizer LLM-Landschaft: Was tatsächlich existiert
Apertus — Die nationale KI der Schweiz
Apertus ist das Flaggschiffprodukt der Swiss National AI Initiative, einem Gemeinschaftsprojekt der ETH Zurich, der EPFL und des Schweizerischen Nationalen Hochleistungsrechenzentrums (CSCS). Es ist kein juristisches Tool — es ist ein allgemeines Grundlagenmodell, das für spezifische Domänen feinabgestimmt werden soll.
Wichtigste Spezifikationen:
- Parameter: 8B- und 70B-Varianten
- Trainingsdaten: 15 Billionen Tokens über 1'000+ Sprachen, 40 % nicht-englisch
- Architektur: Decoder-only-Transformer mit neuartiger xIELU-Aktivierung, AdEMAMix-Optimierer, QRPO-Alignment
- Sprachen: Alle Schweizer Landessprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch) sowie Englisch und 1'000+ weitere
- Lizenz: Apache 2.0 — vollständig offen für kommerzielle Nutzung, Fine-Tuning und Weiterverbreitung
- Infrastruktur: Trainiert auf 10'000+ NVIDIA Grace Hopper Superchips, 100 % erneuerbare Energie
- EU-KI-Verordnung: Erstes grosses Modell, das von Beginn an auf vollständige EU-KI-Verordnung-Konformität ausgelegt ist
Was es gut kann: Mehrsprachige Textverarbeitung, Übersetzung zwischen Schweizer Sprachen (Deutsch-Rätoromanisch BLEU 27,8 vs. Llama-3.3 mit 21,6), Aufgaben mit langem Kontext (80,6 % bei Benchmarks).
Was es nicht gut kann: Apertus-70B erzielt 69,6 % bei MMLU gegenüber 88,7 % bei Claude 3.5 Sonnet und 83,6 % bei Llama 3.1 70B. Mathematik- und Coding-Leistung liegen 15–20 Punkte hinter Frontier-Modellen. Schweizerdeutsche dialektale Ausgabe wird von Gutachtern als «praktisch unbrauchbar» beschrieben. Das Team stellt ausdrücklich fest, dass diese erste Iteration «Sicherheit und Zugänglichkeit über den Bau eines Frontier-Modells» priorisiert.
Der Fine-Tuning-Pfad: Vom Allgemeinen zum Juristischen
Die Apache-2.0-Lizenz von Apertus bedeutet, dass jede Kanzlei es auf proprietären Rechtsdaten feinabstimmen kann. Die Swiss AI Initiative hat offizielle Fine-Tuning-Rezepte auf GitHub veröffentlicht (swiss-ai/apertus-finetuning-recipes), die sowohl LoRA als auch vollständiges Fine-Tuning über Standardframeworks (TRL, Accelerate, Transformers) unterstützen.
Ein rechtsspezifisches Fine-Tuning-Projekt existiert unter swiss-ai/apertus-legal, enthält jedoch Stand April 2026 Compliance-Dokumentation anstelle eines feinabgestimmten Modells. Die Initiative hat domänenspezifische Anpassungen für Recht, Gesundheit, Klima und Bildung angekündigt — die juristische Version wurde jedoch noch nicht veröffentlicht.
Was Fine-Tuning in der Praxis erfordert:
- Rechenleistung: Das 70B-Modell erfordert erhebliche GPU-Ressourcen für das Fine-Tuning. LoRA reduziert dies auf eine einzelne GPU mit hohem VRAM (48–80 GB). Das 8B-Modell kann per LoRA auf einer einzelnen RTX 4090 oder A100 feinabgestimmt werden.
- Daten: Ein kuratierter Korpus schweizerischer/deutscher/österreichischer Rechtstexte — Gesetzgebung, Rechtsprechung, Kommentare, Verträge. Qualität und Jurisdiktionsspezifität zählen mehr als Volumen.
- Evaluation: Juristische Domänen-Benchmarks existieren für Schweizer Recht nicht. Kanzleien, die Apertus feinabstimmen, müssen eigene Evaluationssets erstellen — eine nicht triviale Investition.
- Hosting: Die Swisscom Swiss AI Platform bietet nativen Apertus-Zugang mit souveränem Schweizer Hosting. Safe Swiss Cloud und Infomaniak bieten weitere Optionen.
Noxtua: Die DACH-Legal-KI-Plattform
Während Apertus ein Grundlagenmodell ist, das auf Spezialisierung wartet, ist Noxtua bereits gezielt für juristische Arbeit gebaut. Das Verständnis dieses Unterschieds ist entscheidend für jede Kanzlei, die ihre Optionen evaluiert.
Was Noxtua ist: Eine souveräne Legal-KI-Plattform, aufgebaut auf einem proprietären Legal LLM, trainiert auf 55+ Millionen Rechtsdokumenten der führenden europäischen Rechtsverlage. Es basiert nicht auf Apertus — es verwendet eine eigene Modellarchitektur und ein proprietäres Suchmodell (Noxtua Voyage Embed).
Die Verlagsallianz: Noxtuas Wettbewerbsvorteil sind die exklusiven Partnerschaften mit den dominierenden Rechtsverlagen in jedem DACH-Markt:
- Deutschland: C.H. Beck — Beck-Noxtua
- Österreich: MANZ — MANZ-Noxtua (lanciert Oktober 2025)
- Schweiz: Helbing Lichtenhahn (Basler Kommentar, Commentaire romand, legalis.ch) — Swiss-Noxtua
Das bedeutet: Noxtuas KI ist in den massgeblichen Kommentaren verankert, auf die sich DACH-Anwälte bereits stützen — nicht auf gecrawlte Webdaten oder allgemeine Korpora.
Infrastruktur: Alle Daten werden auf europäischen Servern verarbeitet (IONOS und Open Telekom Cloud). Kein Datenfluss in die USA. Swiss-Noxtua operiert spezifisch aus Schweizer Rechenzentren.
Funktionen: Rechtsrecherche, Analyse («Understanding») und Entwurf — in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch.
Europa-Lizenz: Im Februar 2026 lanciert, ist dies die erste grenzüberschreitende Legal-KI-Lizenz. Ein einziges Abonnement deckt mehrere europäische Jurisdiktionen ab — bedeutsam für Kanzleien mit grenzüberschreitender DACH-Tätigkeit.
Finanzierung: EUR 80,7 Millionen Serie B (April 2025), angeführt von C.H. Beck, mit Beteiligung von CMS, Northern Data und Dentons. Das Team vervierfachte sich innerhalb eines Jahres auf rund 80 Personen.
€80,7 Mio.
Noxtua Serie B
Angeführt von C.H. Beck, mit CMS, Dentons, Northern Data
$41,2 Mio.
DeepJudge Serie A
Felicis + Coatue; 3 Ex-Google/ETH-Zurich-Gründer
$200 Mio.
Harvey AI Finanzierungsrunde
März 2026 bei einer berichteten Bewertung von $11 Mrd.
Das breitere Schweizer Legal-Tech-Ökosystem
Noxtua und DeepJudge sind die grössten Akteure, doch das Schweizer Legal-Tech-Ökosystem umfasst 93 Unternehmen:
DeepJudge (Zürich) — USD 41,2 Millionen Serie A, gegründet von drei ehemaligen Google-Forschern mit ETH-Zurich-Doktoraten. KI-gestützte Unternehmenssuche, die das interne Wissen einer Kanzlei in durchsuchbare Intelligenz verwandelt. Kunden sind u. a. Freshfields, CMS Schweiz, Schoenherr und Wenger Vieli. Kein Modellhersteller — eine Plattform, die bestehende LLMs für juristische Workflows nutzt.
Legartis — Vertragsanalytik und -intelligenz. Spezialisiert auf deutsche, englische und französische Dokumentenanalyse mit jurisdiktionsspezifischen Modellen für schweizerisches, deutsches und österreichisches Recht.
CASUS / Contractus.AI — Vertragsentwurf, -prüfung und Risikoerkennung. Word-Integration plus Web-App — praxisnahe Tools für die tägliche Vertragsarbeit.
BALO.AI — KI-gestützte Anonymisierung von Gerichtsentscheiden und sensiblen Rechtsdokumenten. Adressiert einen spezifischen DACH-Bedarf: Schweizer und deutsche Gerichte veröffentlichen Entscheide mit geschwärzten Personendaten, und der Anonymisierungsprozess ist arbeitsintensiv.
Unplex — KI-gestützte Rechtsautomatisierung mit On-Premise-Bereitstellung — adressiert direkt die DSG- und BGFA-Compliance-Anforderungen, die eine Cloud-Bereitstellung für manche Kanzleien problematisch machen.
Warum Datensouveränität für DACH-Kanzleien nicht optional ist
Das Argument für souveräne KI in der Rechtspraxis ist nicht philosophischer Natur — es ist strukturell. Drei sich überlappende Rechtspflichten schaffen harte Einschränkungen, die in den USA gehostete KI-Tools standardmässig nicht erfüllen können:
1. Schweizerisches Berufsgeheimnis (Art. 321 StGB)
Ein Bruch des Berufsgeheimnisses wird mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe bedroht und kann zusätzlich eine Geldsanktion nach dem allgemeinen schweizerischen Strafrecht auslösen. Es gelten die ordentlichen strafrechtlichen Verjährungsregeln des Schweizer Rechts. Eine Kanzlei, die ein in den USA gehostetes KI-Tool zur Erstellung von Mandantendokumenten nutzt, verstösst möglicherweise bereits, bevor eine Datenschutzverordnung ins Spiel kommt. Der Schweizerische Anwaltsverband (SAV) identifiziert drei konforme Wege: interne Bereitstellung, konforme Auslagerung, bei der der Anbieter als Hilfsperson qualifiziert, oder informierte Mandanteneinwilligung — wobei das Bundesgericht in Frage gestellt hat, ob diese angesichts der KI-Intransparenz wirklich «informiert» sein kann.
2. Der US-CLOUD-Act-Konflikt
Der US CLOUD Act ermächtigt US-Behörden, US-basierte Anbieter zur Herausgabe weltweit gespeicherter Daten zu zwingen. Das schafft einen strukturellen Konflikt mit schweizerischen und europäischen Geheimhaltungs- und Datenschutzpflichten. Kundenseitig verwaltete Verschlüsselung mit Schlüsseln ausserhalb der Anbieter-Infrastruktur gehört zu den wenigen technisch sinnvollen Gegenmassnahmen, ersetzt aber nicht die Prüfung von Berufsgeheimnis, Subunternehmerketten und operativen Zugriffsrechten im konkreten Anbieter-Setup.
3. Schweizer DSG und EU-KI-Verordnung
Das Schweizer DSG ist direkt auf KI-Systeme anwendbar, die Personendaten verarbeiten — der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte bestätigte dies im Mai 2025. Für Kanzleien auferlegt das DSG eine persönliche Strafbarkeit der Geschäftsleitung (nicht der Unternehmen) bei vorsätzlichen Verstössen mit Geldstrafen bis zu CHF 250'000. Die EU-KI-Verordnung, voll anwendbar ab August 2026, klassifiziert KI in der «Rechtspflege» als Hochrisiko — dies löst Konformitätsbewertungen, technische Dokumentation und Anforderungen an die menschliche Aufsicht aus.
Drei Regulierungsregime, drei Länder
Die regulatorische Landschaft im DACH-Raum ist nicht einheitlich. Das Verständnis der Unterschiede ist für grenzüberschreitend tätige Kanzleien wesentlich:
Die Schweiz hat einen sektorspezifischen Ansatz zur KI-Regulierung gewählt. Der Bundesrat entschied im Februar 2025, kein umfassendes KI-Gesetz zu schaffen. Stattdessen wird die Schweiz das Rahmenübereinkommen des Europarats über KI ratifizieren und KI-Governance in bestehende sektorale Gesetze integrieren. Ein Gesetzesentwurf zur Vernehmlassung wird bis Ende 2026 erwartet. Dies schafft ein Flexibilitätsfenster — aber auch Unsicherheit darüber, welche sektorspezifischen Regeln für Legal-KI gelten werden.
Deutschland wendet die EU-KI-Verordnung direkt an. Die Bundesrechtsanwaltskammer erarbeitet umfassende KI-Ethik-Gutachten mit Fokus auf Transparenzanforderungen und Berufsverantwortung. Deutsche Kanzleien, die KI für Prozessunterstützung oder regulatorische Beratung einsetzen, fallen unter die Hochrisiko-Klassifizierung nach Anhang III der EU-KI-Verordnung.
Österreich wendet die EU-KI-Verordnung direkt an. Für DACH-Kanzleien ist in der Praxis weniger ein separates österreichisches KI-Gesetz entscheidend als die Frage, wie österreichische Behörden, Gerichte und Mandanten Dokumentations-, Souveränitäts- und Deployment-Erwartungen innerhalb des EU-Rahmens auslegen.
Apertus vs. Noxtua vs. US-Modelle: Ein Entscheidungsrahmen
Die Wahl ist nicht binär. Unterschiedliche Anwendungsfälle erfordern unterschiedliche Tools. So evaluieren Sie sie:
Verwenden Sie Apertus, wenn:
- Sie volle Kontrolle über Modellgewichte und Trainingsdaten benötigen
- Ihre Kanzlei über die technische Kapazität für Fine-Tuning verfügt (oder einen Schweizer KI-Dienstleister beauftragen kann)
- Sie proprietäre Legal-KI-Fähigkeiten aufbauen wollen, auf die kein Wettbewerber Zugriff hat
- On-Premise-Bereitstellung eine harte Anforderung ist
- Budget für Fine-Tuning und Evaluation vorhanden ist
Verwenden Sie Noxtua, wenn:
- Sie jetzt ein produktionsreifes Tool für Rechtsrecherche und Entwürfe benötigen, nicht in sechs Monaten
- Ihre Arbeit DACH-Jurisdiktionen umfasst und Sie grenzüberschreitende Rechtsinhalte benötigen
- Integration mit massgeblichen Kommentaren (Basler Kommentar, beck-online, MANZ) wichtig ist
- Sie eine verwaltete Plattform gegenüber dem Aufbau und der Wartung einer eigenen bevorzugen
Verwenden Sie Harvey oder andere US-basierte Tools, wenn:
- Ihre Arbeit überwiegend anglophon oder international ist (nicht DACH-spezifisch)
- Die spezifischen Fähigkeiten des Tools den Datensouveränitätskompromiss überwiegen
- Ihre Kanzlei angemessene Datenverarbeitungsvereinbarungen und Mandanteneinwilligungen eingeholt hat
- Berufsgeheimnispflichten nicht gelten (nur nicht-privilegierte Arbeiten)
Verwenden Sie eine Kombination, wenn:
- Die meisten Kanzleien werden das tun. Souveräne Tools für privilegierte Mandantenarbeit. Internationale Tools für nicht-sensible Recherchen. Dies ist kein Alles-oder-nichts.
Welche KI-Strategie passt zu Ihrer Kanzlei?
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Hosting-Optionen: Wo Legal-KI in der Schweiz betrieben werden kann
Für Kanzleien, die kontrollieren müssen, wo ihre KI Daten verarbeitet, existieren fünf Schweizer und europäische Optionen:
| Anbieter | Angebot | Geeignet für |
|---|---|---|
| Swisscom Swiss AI Platform | NVIDIA SuperPOD, nativer Apertus-Zugang, GPU-as-a-Service, GenAI Studio | Kanzleien, die Apertus feinabstimmen oder eigene Modelle betreiben |
| Safe Swiss Cloud | ISO-zertifiziert, alle Entitäten in Schweizer Besitz, kein Training auf Kundendaten | Kanzleien, die souveränen API-Zugang zu mehreren LLMs benötigen |
| Infomaniak | 100 % erneuerbare Energie, souveräne Public Cloud, OpenAI-kompatible API | Kostengünstiges Schweizer Hosting mit Nachhaltigkeitsfokus |
| IONOS / Open Telekom Cloud | Noxtuas Infrastrukturpartner | Deutsche Kanzleien, die Noxtua nutzen oder EU-souveräne Cloud benötigen |
| On-Premise (Unplex) | Vollständige lokale Bereitstellung, DSG-/BGFA-konform | Kanzleien mit strikten On-Premise-Anforderungen |
Was kommt: Die nächsten zwölf Monate
Juristisches Apertus-Fine-Tuning — Die Swiss AI Initiative hat domänenspezifische Anpassungen für das Recht angekündigt, basierend auf der Apertus-Grundlage. Ein rechtsspezifisches Modell, trainiert auf Schweizer Rechtskorpora, wäre das erste quelloffene, mehrsprachige Legal-LLM aus Schweizer Infrastruktur. Der Zeitplan ist nicht öffentlich, aber die vorbereitende Compliance-Dokumentation existiert.
Noxtua-Expansion — Die Europa-Lizenz (Februar 2026) ist Noxtuas Brücke zur Skalierung über den DACH-Raum hinaus. Weitere Verlagspartnerschaften und Jurisdiktionsabdeckungen sind zu erwarten. Die Neur.on-Akquisition (Freiburger NLP-Team) stärkt die viersprachigen Schweizer Kapazitäten.
Durchsetzung der EU-KI-Verordnung — Der 2. August 2026 ist die harte Frist für die Hochrisiko-Bestimmungen. Kanzleien, die KI für Prozessunterstützung, regulatorische Beratung oder Personalentscheidungen einsetzen, müssen bis dahin Konformitätsbewertungen, technische Dokumentation und Mechanismen menschlicher Aufsicht implementiert haben.
Legal-KI-Agenten — Sowohl DeepJudge als auch Harvey lancierten Anfang 2026 agentische KI-Produkte. Noxtua identifiziert Agenten als einen von drei Trends, die europäische Legal-KI prägen. Es handelt sich um KI-Systeme, die mehrstufige juristische Workflows autonom ausführen — ein qualitativer Sprung gegenüber dem bisherigen Chat-und-Suche-Paradigma.
Schweizer KI-Regulierungs-Vernehmlassung — Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) wird bis Ende 2026 einen Gesetzesentwurf zur Vernehmlassung vorlegen. Dieser wird klären, welche sektorspezifischen Regeln für Legal-KI in der Schweiz gelten.
Evaluations-Checkliste Schweizer LLMs für Kanzleien
0/0Art. 321
Schweizer Berufsgeheimnis
Die strafrechtliche Analyse läuft unabhängig von der Datenschutzanalyse.
Aug. 2026
EU-KI-Verordnung-Frist
Hochrisiko-Bestimmungen voll anwendbar
Feb. 2026
Europa-Lizenz lanciert
Noxtua führte eine grenzüberschreitende Lizenz für mehrere Jurisdiktionen ein.
Adriana Adafinoaiei berät Kanzleien zu KI-Adoptionsstrategie, Datensouveränitäts-Compliance und EU-KI-Verordnung-Readiness in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Um die KI-Strategie Ihrer Kanzlei zu besprechen, nehmen Sie Kontakt auf.