KI kann helfen, Transaktionsunterlagen zu durchsuchen und zu ordnen. Ob sie die Due Diligence verbessert, hängt von übersehenen Punkten, der Prüfung der Ergebnisse und dem Aufwand für einen belastbaren Bericht ab. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit allein beantwortet diese Frage nicht.
Was die Forschung zeigt
ContractNLI von Koreeda und Manning aus dem Jahr 2021 prüfte, ob Aussagen durch Geheimhaltungsvereinbarungen gestützt, widerlegt oder nicht behandelt wurden. Zusätzlich mussten Belegstellen identifiziert werden. Die untersuchten Modelle hatten Schwierigkeiten, unter anderem mit Verneinungen, die durch Ausnahmen ausgedrückt werden. Das begründet die Prüfung solcher Fehlerarten, ist aber kein aktueller Leistungswert kommerzieller M&A-Plattformen.
Ein Benchmark für einen Vertragstyp belegt keine Kompetenz für einen mehrsprachigen Schweizer Datenraum. Lassen Sie sich die tatsächlich benötigten Aufgaben und Sprachen zeigen. Klauseln zu extrahieren, auszulegen und ihre Folgen für eine Transaktion zu beurteilen sind unterschiedliche Aufgaben.
Die Prüfung vor der Werkzeugwahl definieren
Legen Sie Transaktionsstruktur, Wesentlichkeitskriterien und Prüfungsfragen fest. Diese können Abtretung, Kontrollwechsel, Kündigung, geistiges Eigentum, Mitarbeitende oder Datenbearbeitung betreffen. Eine generierte Klauselliste ist keine vollständige Darstellung der Rechtsrisiken.
Definieren Sie erlaubte Dokumente und Nutzende vor dem Upload. Prüfen Sie Berufsgeheimnis, Datenschutz, vertragliche Beschränkungen, Unterauftragnehmer, Trainingsnutzung und Aufbewahrung. Für Anwältinnen und Anwälte, die dem Anwaltsgesetz (BGFA) unterstehen, umfasst das Berufsgeheimnis nach Artikel 13 BGFA alles, was ihnen infolge ihres Berufes von ihrer Klientschaft anvertraut worden ist; sie sorgen auch für dessen Wahrung durch ihre Hilfspersonen. Die KI-Wegleitung des SAV verlangt eine Prüfung des Umgangs mit Eingaben und eine unabhängige kritische Ergebniskontrolle. Die Freigabe für ein Mandat sollte nicht stillschweigend den Zugriff auf ein anderes erlauben.
Ein Ablauf in fünf Etappen
Etappe 1
Eingangskontrolle
Inventar, Versionen, Berechtigungen, fehlende Anhänge und Scanqualität prüfen.
Etappe 2
Test
Die Extraktion anhand unabhängig geprüfter Unterlagen testen, einschliesslich schwieriger und negativer Beispiele.
Etappe 3
Prüfung
Befunde verifizieren und auch als unauffällig eingestufte Dokumente untersuchen.
Etappe 4
Rechtliche Bewertung
Rechtsordnungs- und transaktionsspezifische Fragen anhand aktueller Quellen klären.
Etappe 5
Bericht
Wesentliche Befunde mit Quellen verbinden und Grenzen, Entscheidungen und offene Punkte festhalten.
Eingangskontrolle: Änderungen und Beziehungen zwischen Dokumenten erhalten. Fehlende oder unlesbare Unterlagen festhalten. Eine saubere Ordnung erleichtert die Nachvollziehbarkeit, garantiert aber keine Modellgenauigkeit.
Test: Übersehene Punkte ebenso wie Fehlalarme bewerten. Ausnahmen, Querverweise, widersprüchliche Fassungen und tatsächlich fehlende Antworten einbeziehen. Modell, Konfiguration und Dokumentbestand dokumentieren. Eine Anbietervorführung mit ausgewählten einfachen Beispielen reicht als Nachweis für Ihr Mandat nicht aus.
Prüfung: Nicht nur die von der KI markierten Dokumente lesen. Ein übersehener Punkt erscheint nicht im Warnbericht. Die Prüftiefe richtet sich nach Wesentlichkeit, beobachteten Fehlerarten und Folgen eines Übersehens. Bestimmen Sie die Zahl vertieft zu prüfender Verträge anhand dieser Faktoren, nicht nach einer festen Regel wie fünf oder zehn.
Rechtliche Bewertung: Schweizer gesellschafts-, arbeits-, kartellrechtliche und formelle Anforderungen hängen von der Transaktion ab. Geeignet qualifizierte Fachpersonen sollten diese Fragen anhand der anwendbaren Regeln prüfen. Unterstellen Sie weder identische Trainingsdaten bei allen Werkzeugen noch Kenntnisse des zwingenden Schweizer Rechts aufgrund eines Vertragsbenchmarks.
Bericht: Wesentliche Schlussfolgerungen auf Dokumente und Rechtsquellen zurückführen. Extrahierte Passagen, juristische Auslegung und offene Fragen unterscheiden. Die für die Nachvollziehbarkeit wichtiger Befunde nötigen Nachweise aufbewahren.
Den gesamten Auftrag messen
Vergleichen Sie den freigegebenen KI-gestützten Prozess mit einem sinnvollen Ausgangsverfahren an vergleichbaren Unterlagen. Erfassen Sie Vorbereitung, Kontrolle, Korrektur und Dokumentation ebenso wie Extraktionszeit. Dokumentieren Sie Abdeckung, wesentliche Auslassungen und Fehlalarme neben den Kosten. Einsparungen oder zusätzliche Kapazität sind zu prüfende Ergebnisse, keine Annahmen für die Honorarofferte.
Ein illustrativer Pilot kann mit einem begrenzten Dokumentbestand beginnen. Umfang und Abnahmekriterien sollten den Risiken und der Vielfalt der Transaktion folgen. Eine erfolgreiche kleine Stichprobe belegt keine Vollständigkeit im gesamten Datenraum.
Verantwortung und Mandanteninformation klären
Prüfen Sie Mandat, Weisungen der Klientschaft und anwendbare Hinweispflichten. Beschreiben Sie die Rolle der KI und die Kontrolle zutreffend. Der CCBE-Leitfaden zu generativer KI vom 2. Oktober 2025, auf der SAV-Seite in englischer Sprache abrufbar, empfiehlt Transparenz gegenüber der Klientschaft, wenn vernünftigerweise anzunehmen ist, dass eine informierte Klientin oder ein informierter Klient gegen den Einsatz generativer KI für den betreffenden Zweck Einwände erheben, Bedingungen stellen oder anderweitig Vorbehalte haben würde. Ein allgemeiner Hinweis erlaubt nicht automatisch die Übermittlung vertraulicher Daten an beliebige Anbieter. Klären Sie Ergebnisverantwortung und relevante Versicherungsbedingungen anhand der tatsächlichen Police und mit dem Versicherer. Unterstellen Sie weder einen allgemeinen Ausschluss noch eine allgemeine Deckung KI-gestützter Arbeit.
Checkliste für KI-gestützte Due Diligence
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