Vertrags-KI kann Extraktion, Vergleich und Vorsortierung unterstützen. Ob sie einer Kanzlei hilft, hängt von den Dokumenten, dem Prüfstandard und dem Aufwand für die Kontrolle ab. Prüfen Sie diese Voraussetzungen an Ihren eigenen Dokumenten statt an einer Produktvorführung.
CUAD, ein 2021 veröffentlichter, fachlich annotierter Benchmark zur Vertragsprüfung, lässt Modelle Passagen für menschliche Prüfpersonen identifizieren. Er prüft weder autonome Rechtsberatung noch die heutige Leistung kommerzieller Produkte. Die Aufgabendefinition ist hilfreich: Prüfen Sie zuerst, ob die richtigen Belege gefunden werden, bevor Sie einem Werkzeug Vertragsverständnis oder die Beurteilung rechtlicher Folgen zuschreiben.
Neuere Nachweise sind ähnlich begrenzt. Der Vals Legal AI Report vom Februar 2025 verglich kommerzielle juristische KI-Werkzeuge mit einer Vergleichsgruppe von Anwältinnen und Anwälten, anhand von US-Rechtsaufgaben und Musterantworten teilnehmender Kanzleien. Bei der Datenextraktion schnitten zwei Werkzeuge etwas besser ab als die Anwaltsgruppe; beim Redlining, also dem Markieren von Vertragsänderungen, erzielte die Anwaltsgruppe den höchsten Wert. Die Anbieter wählten selbst, an welchen Aufgaben sie teilnahmen, und die Antworten wurden von einem automatisierten, modellbasierten Bewerter beurteilt, mit einer zweiten Prüfung nicht bestandener Antworten. Die Ergebnisse gelten für diese Produktversionen und Aufgaben: Sie sind ein Grund für einen eigenen Pilotversuch, kein Ersatz dafür.
Einen kontrollierten Pilotversuch wählen
Wählen Sie eine Dokumentenfamilie, die Ihr Team kennt und in der vorgesehenen Umgebung rechtmässig verwenden darf. NDAs können infrage kommen, sind aber nicht grundsätzlich risikoarm. Eine übersehene Ausnahme, eine ungewöhnliche Beschränkung oder eine unzulässige Offenlegung kann erhebliche Folgen haben. Verwenden Sie freigegebenes, repräsentatives Material einschliesslich schwieriger Dokumente. Klären Sie Vertraulichkeit, Zugriff, Aufbewahrung und Anbieterbedingungen vor dem Hochladen.
Bestimmen Sie, welche Entscheidung der Pilotversuch vorbereiten soll: etwa, ob Prüfpersonen mit einer Extraktionshilfe ein Klauselverzeichnis vorbereiten können. Halten Sie diese Entscheidung enger als eine Freigabe zur selbstständigen Vertragsprüfung.
Unterstützung und juristisches Urteil trennen
Extraktion
Mögliche Unterstützung: Klauseln finden und Quellpassagen übernehmen
Erforderliche Prüfung: Auslassungen, Verweise und gescannte Texte am Original prüfen
Vergleich
Mögliche Unterstützung: Abweichungen von einer freigegebenen Klauselbibliothek markieren
Erforderliche Prüfung: Ausnahmen, Geschäftskontext und anwendbares Recht beurteilen
Metadaten
Mögliche Unterstützung: Parteien, Daten und Kündigungsfristen vorschlagen
Erforderliche Prüfung: Quelle und Zusammenhänge vor der Übernahme in Register prüfen
Behandeln Sie jede Ausgabe als Vorschlag mit der für diese Aufgabe vorgesehenen Prüfung. Sprachunterstützung, Rechtsordnungen und Dokumentenqualität müssen am eigenen Material getestet werden. Ein allgemeiner Genauigkeitswert belegt nicht, dass ein Werkzeug eine folgenreiche Ausnahme erkennt.
Zuerst die Klauselbibliothek aufbauen
Erfassen Sie bevorzugte Positionen, zulässige Alternativen und Eskalationsbedingungen. Ergänzen Sie Rechtsordnung, Dokumententyp, verantwortliche Person und Prüfdatum. Verknüpfen Sie freigegebene Quelltexte und dokumentieren Sie, warum eine Abweichung in einem konkreten Mandat akzeptabel ist. Die Bibliothek braucht Pflege, wenn sich Recht, Mandantenanweisungen oder Verhandlungspositionen ändern.
Auch Fehler gezielt prüfen
Illustratives Prüfbeispiel
Ein fiktives Werkzeug übernimmt eine Haftungsklausel korrekt, lässt aber eine Einschränkung im nächsten Absatz aus. Die prüfende Person vergleicht beide Passagen mit der Quelle und eskaliert den Punkt. Das ist ein Testszenario, kein gemessenes Produktergebnis und keine Aussage zur Durchsetzbarkeit.
Berücksichtigen Sie bei Bedarf Querverweise, Nachträge, Verneinungen, fehlende Seiten und mehrsprachiges Material. Erfassen Sie Fehlalarme, Auslassungen, Schweregrad und den zu ihrer Entdeckung nötigen Prüfaufwand. Bewerten Sie die gesamte Aufgabe einschliesslich Vorbereitung, Kontrolle, Korrektur und Dokumentation. Die Dauer der Textgenerierung ist keine belegte Zeitersparnis bei einer abgeschlossenen juristischen Prüfung.
Entscheidungskriterien vor dem Versuch festlegen
Definieren Sie unzulässige Fehler, notwendige menschliche Kontrollen, Abbruch- oder Fortsetzungskriterien und die entscheidungsbefugte Person. Es gibt keinen universellen Prozentsatz für sichere Vertragsprüfung. Ein häufiger kleiner Formatfehler und eine einzelne übersehene wesentliche Pflicht verlangen unterschiedliche Behandlung. Bewahren Sie die Vergleichsprüfung und offene Punkte mit der Entscheidung auf.
Einbindung und Berufspflichten klären
Prüfen Sie Dokumentenmanagement, Berechtigungen, Quellenverweise, Exportformate und einen brauchbaren Prüfverlauf. Fordern Sie anwendungsbezogene Nachweise und prüfen Sie aktuelle Anbieterbedingungen direkt. Klären Sie Vertraulichkeits- und Berufspflichten, Mandantenanweisungen und Versicherungsschutz mit den zuständigen Fachpersonen oder dem Versicherer. Eine Softwareausgabe belegt deren Einhaltung nicht.
Pilot-Prüfprotokoll
0/6Kernaussage
Ein kontrollierter Pilotversuch zeigt, wo Unterstützung nützt und wo Prüfung nötig bleibt. Akzeptanzkriterien gehören in eine dokumentierte fachliche Entscheidung mit Nachweisen und Zuständigkeit, nicht in einen pauschalen Genauigkeitswert.
Für einen überprüfbaren Pilotansatz nehmen Sie Kontakt auf.