Richard Susskinds Frage bleibt nützlich, wenn sie zu einer sorgfältigen Prüfung juristischer Arbeit führt. Welche Aufgaben lassen sich anders erledigen, was geschieht mit Qualität und Verantwortung, und wer profitiert? Buchprognose und Modellbenchmark sind unterschiedliche Arten von Nachweisen.
Was das Argument besagt
Die Verlagsbeschreibung der überarbeiteten Ausgabe von The End of Lawyers? aus dem Jahr 2010 gibt die Prognose wieder, dass Technologie und Standardisierung Rechtsdienstleistungen verändern, viele traditionelle Anwaltsstellen stark aushöhlen und oft ganz beseitigen sowie neue Rollen schaffen werden. Weder das Verschwinden aller Anwälte noch die Behauptung, es gingen keine Stellen verloren, gibt dieses Argument angemessen wieder.
Beschreibung und Inhaltsverzeichnis belegen die Themen des Buchs. Sie sind keine aktuelle Beschäftigungserhebung und zeigen nicht, welche Leistungen einer bestimmten Schweizer Kanzlei automatisierbar sind.
Was spätere Forschung prüfen kann
Die Studie von Remus und Levy aus dem Jahr 2015 verbindet eine Analyse der Softwarefähigkeiten mit Daten zur Zeitverwendung in grossen Kanzleien. Sie hinterfragt pauschale Ersatzprognosen und betont Aufgabenunterschiede. Ihre Technikannahmen stammen aus der Zeit vor heutigen generativen Systemen; die Schätzungen sind keine Beschäftigungsprognose für 2026.
Neuere Nachweise betreffen abgegrenzte Aufgaben. Eine randomisierte Studie von Schwarcz und anderen aus dem Jahr 2026 fand Qualitäts- und Produktivitätsgewinne mit bestimmten Recherche- und Schlussfolgerungswerkzeugen bei fortgeschrittenen Jurastudierenden. Sie misst weder die Rentabilität Schweizer Kanzleien noch den langfristigen Kompetenzerwerb noch die Zahl der Anwältinnen und Anwälte, die eine Volkswirtschaft künftig braucht.
Die engere Schlussfolgerung lautet: Einzelne Aufgaben können sich stark verändern. Wirkungen auf Dienstleistung und Belegschaft brauchen zusätzliche Nachweise. Schnelleres Entwerfen allein zeigt nicht, ob Nachfrage, Honorare, Prüfarbeit oder Beschäftigung steigen oder sinken.
Das gesamte Mandat bewerten
Erfassen Sie bei wiederkehrenden Leistungen Aufnahme, Sachverhalt, Recherche, Entwurf, Prüfung, Kommunikation und Nacharbeit. Bestimmen Sie veränderte Arbeit sowie zusätzliche Prüfung und Koordination. Berücksichtigen Sie im Vergleich auch fehlerhafte Ergebnisse und übersehene Einschränkungen.
Schnellerer Erstentwurf
Mögliche Aussage: Weniger Zeit in einem Schritt
Nicht dadurch belegt: Geringere Gesamtkosten oder gleiche Rechtsqualität
Guter Benchmark
Mögliche Aussage: Leistung in bestimmten Aufgaben
Nicht dadurch belegt: Eignung für jede Rechtsordnung und jedes Mandat
Mehr Arbeit pro Person
Mögliche Aussage: Kapazität im geprüften Ablauf
Nicht dadurch belegt: Künftige Nachfrage oder Personalentscheidung
Neues Leistungsangebot
Mögliche Aussage: Mögliches Bereitstellungsmodell
Nicht dadurch belegt: Zahlungsbereitschaft oder wiederkehrender Umsatz
Die Tabelle ist eine Analysehilfe von Ada Studio, keine gemessene Einteilung des Schweizer Rechtsmarkts. Kleine Grösse, Spezialisierung oder ein teures Abonnement belegt allein keinen Vorteil.
Verantwortung und Lernen sichtbar halten
Die SAV-Wegleitung vom Februar 2025 behandelt den Bezug über Anbieter, die Geheimhaltung und die kritische Prüfung. Sie zertifiziert keinen in der Schweiz gehosteten Anbieter als rechtskonform. Prüfen Sie Dienst und Mandat vor der Eingabe von Klientenmaterial.
Wenn ein Werkzeug Nachwuchsarbeit verändert, prüfen Sie, wie Mitarbeitende lernen, fehlende Tatsachen zu erkennen, Quellen zu hinterfragen und Urteilsvermögen auszuüben. Der Wegfall einer Aufgabe erzeugt nicht automatisch gleichwertige strategische Arbeit und bewahrt auch nicht ihren Ausbildungswert.
Fragen zur Praxisprüfung
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